
Pilates für Anfänger: 5 Fehler, die fast jede macht – und wie du sie vermeidest
Pilates wirkt auf den ersten Blick ruhig, kontrolliert, fast meditativ. Kein Schwitzen, kein Hecheln, keine schweren Gewichte. Und genau deshalb unterschätzen es so viele am Anfang.
Die Wahrheit: Pilates ist extrem präzise. Kleine Abweichungen in der Ausführung entscheiden darüber, ob eine Übung ihre volle Wirkung entfaltet – oder einfach nur passiert. Das Gute daran: Die häufigsten Fehler sind bekannt. Und sobald du sie kennst, kannst du sie vermeiden.
Hier sind die fünf Dinge, die fast jede Anfängerin macht – und was du stattdessen tun kannst.
Fehler 1: Zu schnell trainieren
Pilates ist keine Cardio-Session. Es gibt kein Tempo, das du erreichen musst, keine Wiederholungszahl, die zählt, solange die Ausführung nicht stimmt. Trotzdem verfallen viele Anfängerinnen instinktiv in ein Rhythmus-Denken: schneller gleich mehr, mehr gleich besser.
Das Gegenteil ist wahr.
Im Pilates zählt die Qualität jeder einzelnen Bewegung mehr als die Anzahl der Wiederholungen. Eine sauber ausgeführte Roll-Up ist wertvoller als fünf halbgare. Langsame Bewegungen fordern deine Tiefenmuskulatur deutlich stärker als schnelle – weil du den Muskel über den gesamten Bewegungsweg kontrolliert halten musst, ohne Schwung zu nutzen.
Was du tun kannst: Nimm dir bewusst mehr Zeit. Wenn eine Übung zu einfach wirkt, mach sie langsamer – nicht öfter. Dann wirst du merken, dass sie plötzlich ganz anders fordert.
Fehler 2: Die Atmung ignorieren
Die Atmung ist im Pilates kein Beiwerk – sie ist Teil der Übung selbst. Trotzdem ist sie der erste Aspekt, den Anfängerinnen unter Stress vergessen. Man konzentriert sich auf die Beine, auf den Core, auf die Ausrichtung – und hält dabei einfach die Luft an.
Das ist kontraproduktiv.
Die klassische Pilates-Atmung funktioniert so: Einatmen durch die Nase, der Brustkorb weitet sich seitlich. Ausatmen durch den leicht geöffneten Mund, dabei zieht sich das sogenannte Powerhouse – die tiefe Bauchmuskulatur – aktiv zusammen. Die Ausatmung ist der Moment der Anstrengung, der Einatmung der der Vorbereitung.
Wenn du diese Verbindung verstehst und übst, passiert etwas Interessantes: Die Übungen werden nicht nur technisch sauberer – sie fühlen sich auch besser an. Weniger Anstrengung, mehr Kontrolle.
Was du tun kannst: Fang damit an, die Atmung bewusst zu beobachten, ohne sie zu erzwingen. In der nächsten Session: bei jeder Ausatmung den Bauch aktiv einziehen. Das reicht als erster Schritt.
Fehler 3: Zu viel Spannung aufbauen – an den falschen Stellen
Pilates erfordert Körperspannung – aber gezielte. Was viele Anfängerinnen stattdessen machen: Sie verspannen alles. Schultern ziehen sich hoch, der Kiefer verkrampft, der Nacken wird steif. Das Gefühl: Man gibt alles. Die Wirkung: Man trainiert die falschen Muskeln.
Wenn die oberflächlichen Muskeln – Schultern, Nacken, Kiefer – übernehmen, können die tiefer liegenden Stabilisatoren nicht richtig arbeiten. Genau die sind es aber, auf die es im Pilates ankommt: der Beckenboden, die tiefen Bauchmuskeln, die kleinen Stabilisatoren entlang der Wirbelsäule.
Mehr Spannung bedeutet also nicht automatisch mehr Effekt. Manchmal bedeutet es weniger.
Was du tun kannst: Mach zwischen Übungen einen kurzen Check. Schultern unten? Kiefer locker? Nacken lang? Diese drei Fragen kosten dich drei Sekunden – und erinnern deinen Körper daran, wo die Spannung hingehört und wo nicht.
Fehler 4: Wiederholungen über Qualität stellen
Eng verwandt mit Fehler 1, aber ein eigener Punkt – weil er eine andere Ursache hat. Es geht nicht ums Tempo, sondern ums Ego. Man will "fertig werden". Man will so viele Wiederholungen machen wie die anderen im Kurs. Man will nicht als Anfängerin auffallen.
Das Ergebnis: Übungen werden mit falscher Haltung, falscher Ausrichtung und fehlendem Körperkontakt durchgezogen. Das ist nicht nur ineffektiv – es kann langfristig auch zu Fehlbelastungen führen.
Pilates ist eine der wenigen Trainingsformen, bei denen weniger wirklich mehr ist. Fünf präzise ausgeführte Wiederholungen bringen mehr als fünfzehn schlechte.
Was du tun kannst: Wenn du merkst, dass deine Form nachlässt – aufhören. Kurz pausieren, neu ausrichten, weitermachen. Das ist keine Schwäche, das ist Pilates.
Fehler 5: Fehlende Stabilität durch falsches Schuhwerk
Dieser Fehler wird am häufigsten unterschätzt – weil er unsichtbar ist. Du merkst ihn nicht sofort, du siehst ihn nicht im Spiegel. Aber du spürst ihn: als kleines permanentes Rutschen, als unsicheres Gefühl auf dem Reformer, als Notwendigkeit, dich immer wieder neu zu positionieren.
Stabilität beginnt bei den Füßen. Im Pilates sind sie aktiv in jede Bewegung eingebunden – sie drücken, stabilisieren, ziehen. Wenn der Kontakt zur Unterlage nicht stimmt, pflanzt sich das nach oben fort: in die Knie, die Hüfte, den Core.
Normale Socken haben keinen Grip. Auf der Matte, auf dem Reformer-Carriage oder auf Holzböden verlierst du damit bei jeder Bewegung minimal den Halt – und dein Körper kompensiert das, ohne dass du es aktiv steuerst.
Grip Socks lösen genau dieses Problem. Sie haben Silikonnoppen an der Sohle, die flächendeckend Halt geben – auf Matten genauso wie auf Reformer-Oberflächen. Das Ergebnis ist spürbar: Du musst nicht mehr nachkorrigieren. Du kannst dich auf die Übung konzentrieren, statt auf das Halten der Position.
Die Grip Socks von Alfi Studios sind aus einer atmungsaktiven Baumwollmischung, haben einen flächendeckenden Silikon-Grip und sitzen durch leichte Kompression am Fußgewölbe sicher – auch nach vielen Sessions.
Was du tun kannst: Investiere in ein Paar gute Grip Socks, bevor du in teures Equipment oder Kleidung investierst. Es ist die günstigste und spürbarste Verbesserung für dein Training.
Was diese fünf Fehler gemeinsam haben
Sie alle entstehen aus demselben Grund: Man denkt, Pilates ist einfacher als es ist. Das ist kein Vorwurf – es ist eine natürliche Reaktion auf ein Training, das nach außen hin ruhig und kontrolliert wirkt.
Aber genau diese Ruhe ist das Anspruchsvolle daran. Pilates fordert dich, präzise zu sein, wenn dein Körper lieber schummeln würde. Es verlangt Aufmerksamkeit in Momenten, in denen andere Trainingsformen einfach Energie abfordern.
Wenn du diese fünf Fehler im Hinterkopf behältst – und konsequent daran arbeitest – wirst du Fortschritte machen, die sich anders anfühlen als in anderen Trainingsformen. Nicht lauter, nicht schneller. Aber tiefer.
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