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Artikel: Lagree vs. Pilates – was ist der Unterschied und was passt besser zu dir?

 Lagree vs Pilates Unterschied Megaformer Reformer Workout Alfi Studios
lagree

Lagree vs. Pilates – was ist der Unterschied und was passt besser zu dir?

Auf den ersten Blick sehen Lagree und Pilates fast gleich aus. Gleiche Umgebung – ein Boutique-Studio, gedimmtes Licht, ruhige Musik. Ähnliche Bewegungen – langsam, kontrolliert, kein Schwitzen auf den ersten Blick. Ähnliche Zielgruppe – Frauen, die bewusst trainieren wollen, ohne ins klassische Gym zu gehen.

Aber sobald du beide Trainingsformen ausprobiert hast, merkst du: Sie fühlen sich fundamental anders an. Nicht ein bisschen anders – wirklich anders. Und das liegt an Unterschieden, die tiefer gehen als das Equipment.

Was ist Pilates?

Pilates wurde in den 1920er Jahren von Joseph Pilates entwickelt – ursprünglich als Rehabilitationsmethode, heute als eine der beliebtesten Trainingsformen weltweit. Das Prinzip: Kontrolle über den eigenen Körper. Jede Bewegung wird bewusst ausgeführt, jede Ausrichtung hat einen Grund.

Im Mittelpunkt steht das sogenannte Powerhouse – die tiefe Bauchmuskulatur, der Beckenboden, die Rückenstrecker. Pilates trainiert diese Muskeln nicht durch Gewichte oder Intensität, sondern durch Präzision und Wiederholung.

Trainiert wird auf der Matte oder am Reformer – einem Gerät mit einem beweglichen Carriage, Federn und Riemen, das durch variablen Widerstand unzählige Übungsvariationen ermöglicht.

Typisch für Pilates:

  • Langsame, kontrollierte Bewegungen mit bewusster Ausführung
  • Starker Fokus auf Körperwahrnehmung und Ausrichtung
  • Atmung als aktiver Teil jeder Übung
  • Ziel: Stabilität, Haltung, Körperbewusstsein langfristig verbessern

Pilates ist das Training, das dich nicht sofort erschöpft – aber dessen Wirkung du nach ein paar Wochen tief in der Muskulatur spürst.

Was ist Lagree?

Lagree ist jünger. Sebastien Lagree entwickelte die Methode in den frühen 2000er Jahren in Los Angeles – als Antwort auf eine Frage, die viele hatten: Wie bekomme ich die Präzision von Pilates mit der Intensität eines richtigen Workouts verbunden?

Die Antwort war der Megaformer – ein Gerät, das auf dem klassischen Pilates-Reformer basiert, aber deutlich komplexer ist. Mehr Widerstand, mehr Instabilität, mehr Variationsmöglichkeiten. Trainiert wird langsam – aber die konstante Muskelspannung ohne Pause ist das, was Lagree so anspruchsvoll macht.

Das Prinzip heißt Time Under Tension: Deine Muskeln sind über den gesamten Bewegungsweg aktiv belastet, ohne kurze Entspannungsmomente dazwischen. Das klingt simpel – ist aber der Grund, warum du nach einer Lagree-Session kaum die Treppen hochkommst.

Typisch für Lagree:

  • Langsame Bewegungen, aber bei hoher Intensität
  • Konstante Muskelspannung ohne Pause zwischen den Wiederholungen
  • Training am Megaformer mit variablem Widerstand
  • Ziel: Muskelaufbau, Ausdauer, Körperformung in kurzer Zeit

Lagree ist das Training, das aussieht wie Pilates – aber sich anfühlt wie das härteste Workout, das du je gemacht hast.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Pilates Lagree
Intensität Moderat, kontrolliert Hoch, fordernd
Gerät Matte oder Reformer Megaformer
Fokus Präzision, Haltung, Core Muskelaufbau, Ausdauer
Tempo Langsam und bewusst Langsam, aber konstant intensiv
Gefühl danach Ausgeglichen, zentriert Ausgepowert, Muskeln brennen
Für wen Alle Level, auch Reha Eher für Fortgeschrittene
Schwitzen Wenig bis moderat Deutlich

Was haben beide gemeinsam?

Mehr als man denkt.

Beide Trainingsformen setzen auf kontrollierte Bewegungen statt auf Schwung. Beide fokussieren die Tiefenmuskulatur stärker als klassisches Krafttraining. Beide verbessern langfristig Haltung, Körperbewusstsein und Stabilität – auch wenn sie das auf unterschiedlichen Wegen tun.

Und bei beiden gilt: Stabilität beginnt bei den Füßen. Auf dem Reformer, auf dem Megaformer, auf der Matte – wer rutscht, verliert Kontrolle. Deshalb sind Grip Socks in beiden Trainingsformen das Erste, was du dir anschaffen solltest – bevor du in teureres Equipment investierst.

Was passt besser zu dir?

Das hängt weniger von deinem Fitnesslevel ab als von dem, was du suchst.

Pilates ist wahrscheinlich das Richtige für dich, wenn:

  • Du ein besseres Körpergefühl und mehr Körperbewusstsein entwickeln möchtest
  • Du mit Rückenproblemen, Dysbalancen oder nach einer Verletzung trainierst
  • Du ein Training suchst, das sich auch mental wie eine Auszeit anfühlt
  • Du gerade anfängst und eine solide Grundlage aufbauen willst

Lagree ist wahrscheinlich das Richtige für dich, wenn:

  • Du ein intensives Workout willst, das trotzdem gelenkschonend ist
  • Du schnell sichtbare Ergebnisse in Kraft und Körperform willst
  • Du Pilates schon kennst und einen stärkeren Reiz brauchst
  • Du es liebst, nach dem Training wirklich ausgepowert zu sein

Und wenn du dich nicht entscheiden kannst?

Viele Frauen kombinieren beides – Pilates für die technische Basis und das Körpergefühl, Lagree für die Intensität und den Muskelreiz. Das ist keine schlechte Strategie. Die beiden Methoden ergänzen sich gut, weil sie unterschiedliche Aspekte des Körpers ansprechen.

Fazit

Lagree und Pilates sind keine Konkurrenten. Sie sind verschiedene Antworten auf dieselbe Grundfrage: Wie will ich meinen Körper trainieren – und wie will ich mich dabei fühlen?

Pilates gibt dir Kontrolle, Bewusstsein und eine Verbindung zu deinem Körper, die sich auch außerhalb des Studios bemerkbar macht. Lagree gibt dir Intensität, Muskelbrennen und das Gefühl, wirklich etwas geleistet zu haben.

Beide sind es wert, ausprobiert zu werden. Am Ende entscheidet nicht, was "besser" ist – sondern was sich für dich richtig anfühlt.

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